Bereits in der dritten Generation führt Christine Bullermann, seit 01.01.2007 gemeinsam mit ihrem Mann, das von Hermine Brune 1946 gegründete Unternehmen in Hunteburg, welches heute den Landhandel und den Kiebitzmarkt ausmachen. Frau Bullermann ist Mutter dreier Söhne, welche sich im Studium, Ausbildung und schulische Ausbildung befinden. 

Sind Sie ein Urgestein des Wittlager Landes oder in diese schöne Gegend zugezogen? 

Ja, ich bin und fühle mich als Urgestein dieser Region, genauer beschrieben als „Hunteburger“ Urgestein. Geboren in Osnabrück, groß geworden im schönen, überschaubaren Wittlager Land und ich bin nie in der großen weiten Welt unterwegs gewesen.  Ich bin schon durch und durch ein Landmensch und liebe die Einfachheit rund um Hunteburg.

Der berufliche Werdegang… 

Wenn mir die Vorliebe von Selbstständigkeit nicht mit in die Wiege gelegt worden wäre, dann wäre ich nach meinem Abitur, welches ich in Damme absolvierte, zur Polizei gegangen. Doch ich bin in die Fußstapfen meiner Eltern getreten und habe eine Ausbildung zur Groß- und Handelskauffrau im Landhandel/Mischfutterwerk gemacht. Meine Wissbegierde rund um das Thema Landwirtschaft inspirierte mich, weitere Erfahrungen zu sammeln und meinen Horizont im Fachbereich Landwirtschaft zu erweitern. So folgte für mich eine sehr wertvolle, prägende Zeit in Löningen auf einem landwirtschaftlichen Hof, wo ich  eine weitere Ausbildung zur Landwirtin durchlief. Ich möchte diese ganz besondere Zeit, insbesondere auch das Wohnen auf dem Hof, nicht missen! Nach Ende dieser Ausbildung habe ich mich bewusst für das Landwirtschaftsstudium an der FH in Osnabrück entschieden. Eine wirklich coole Zeit. Während des Studiums arbeitete ich für 2 Jahre bei einem Premix-Hersteller und implementierte damals dort das erste Qualitätsmanagement-System nach DIN ISO 9001 innerhalb der Agrarbranche. Zeitgleich wurden zuhause im elterlichen Betrieb gewisse Sachen umgestellt, wo ich mich im Bereich EDV einbringen durfte. Seither bin ich auch im Betrieb tätig.

Wir sind ein Kleinbetrieb mit 10 qualifizierten Mitarbeitern. Zum einen gibt es da den Kiebitzmarkt mit einem umfassenden Sortiment rund um das Thema Haus, Garten, Pflanzen, Tiernahrung, Deko und vielem mehr. Zum anderen ist unser Hauptbetrieb der Landhandel, eine gute Adresse für Landwirte in Hunteburg und Umgebung. Unsere Stärke -und darauf sind wir sehr stolz, ist unsere Flexibilität und Kompetenz, die wir auch jederzeit wahren möchten.

Was sind für Sie die schönsten Ecken und Orte im Wittlager-Land? 

Einen ausgesprochenen Lieblingsort habe ich nicht. Ich genieße unsere vielseitige Gemeinde Hunteburg. Die herrliche, abwechslungsreiche, überwiegend flache Landschaft mit ausgedehnten Feldern, Wald und Moorland lädt zum Wandern und Radeln ein. Dabei fallen mir die Worte meiner Oma ein, wenn sie unsere Gegend beschrieb: „Man kann schon morgens sehen, wer nachmittags zum Kaffee kommt.“

Was ist Ihr Lieblingsgericht? 

Nichts aufregendes, nichts exklusives, jedoch schätze ich gutes Essen. Auch probiere ich gerne alles, wobei es nicht vegetarisch oder vegan sein muss. Meine Vorliebe ist alles was gebraten wird, wobei ich ein gut gebratenes Stück Fleisch mit Pommes und einen frischen Salat dazu, favorisiere. Ein absolutes Muss ist selbst zubereitetes Essen und bitte auch saisonal! Obst und Gemüse haben ihre Zeiten und so ist für mich frischer Spagel, an gutem Olivenöl angebraten, auch ein Gaumenschmaus.

Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten? 

Mit einem Fingerhut Milch und das Stück Zucker kommt vorher in den Mund.

Was sind Ihre Lieblingstiere? 

Ich mag alle Tiere, die auf dem Hof leben. Entscheidend ist für mich nur, sich der Verantwortung bewusst zu sein, um ihnen immer gerecht werden zu können. Wir selber haben einen Hund und wenn es zeitlich möglich wäre, hätten wir einen Stall voll Tiere. 

Treiben Sie Sport 

– und wenn ja, welchen? 

Ich liebe Sport in vielerlei Hinsicht, wobei ich über viele Jahre mich leidenschaftlich dem  Kampfsport Karate und Taekwondo gewidmet habe, der sehr anspruchsvoll ist. Leider war er irgendwann nicht mehr mit Familie und Betrieb zu vereinbaren. Vor fünf Jahren hatte ich mir beim Sportabzeichen meine Achillessehne gerissen, so dass ich bis heute nicht mehr so gut zu Fuß bin. So halte ich mich heute zwei bis dreimal pro Woche mit einfacherem Sport, z.B. Pilates, fit. Sportlich unternehme ich gerne kleinere, überschaubare Mehrtages-Fahrradtouren mit unseren Kindern. Wir sind beispielsweise zu Oma und Opa nach Lüneburg gefahren oder den Mittellandkanal/Ems entlang hoch bis nach Emden, die Hunte und auch die Elbe entlang bis nach Cuxhaven. 

Wie haben Sie diese besondere Zeit seit dem Frühjahr 2020 empfunden?    

Vielschichtig. Anfangs war es sehr anstrengend, sich durch das mächtige Chaos zu navigieren. Nicht wissend was kommt, mit den vielen Auflagen zurechtzukommen, stellte uns vor einer weiteren Hürde. Es war schon eine enorme Herausforderung und deshalb auch eine deutliche Mehrbelastung aller Mitarbeiter. Da eine gute Struktur zu finden und auch Ruhe zu bewahren, war wirklich fordernd. Unsere Branche zählt zu den systemrelevanten Berufen und speziell im Kiebitzmarkt bestand für uns die Kunst darin,  zu entscheiden, was fällt unter die Rubrik „systemrelevant“ und was nicht. Wir sind in der Agrarbranche zuhause, wo man nicht so hoch steigen, aber auch nicht so tief fallen kann. Aufgrund unserer sehr ländlichen Lage bescherte uns diese Zeit weder einen großen Mehrnutzen, noch haben wir Verluste verbuchen müssen. Familiär betrachtet, habe ich diese Zeit als eine sehr wertvolle wahrgenommen, weil wir dank „homeschooling“  über Wochen eine tagtägliche Großfamilie waren.

Wofür engagieren Sie sich privat? 

In erster Hinsicht für meine Familie. Ansonsten bin ich im Dorfgeschehen involviert und ich lasse mich auch liebend gerne darauf ein, so ganz nach dem Motto: “Geht es dem Dorf gut, dann geht es auch uns gut!“ Irgendwann bin ich dann mal bei der Werbegemeinschaft gelandet und die dort anfallenden, ehrenamtlichen Arbeiten mache ich mit Leidenschaft.

Das Wittlager Land ist immer einen Besuch wert, weil…

….es wirklich ein schönes Fleckchen Erde ist. Bad Essen trumpft sicherlich mit den Schlössern Ippenburg und Hünnefeld. Aber auch Hunteburg hat Sehenswertes, wie beispielsweise das Baudenkmal „Römerbrücke“ oder die schönen Gehöfte. Für Radfreunde empfehle ich das Projekt „Gute Route“, genussvoll und nachhaltig radeln zwischen WIttlager Land und Dümmer-See.

Was bedeutet für Sie Heimat? 

Heimat bedeutet für mich Familie. Da wo sie ist, fühle ich mich wohl, sowie heimisch und verbunden in Hunteburg. Ich liebe die Einfachheit auf dem Lande.

Mit wem würden Sie gerne eine Tasse Kaffee trinken – wenn Sie sich jemanden aussuchen dürften? 

Wenn das Beispiel „berühmt“ sein soll, öffentlich oder weltpolitisch betrachtet gerne mit Angela Merkel oder auch der Journalistin Dunja Hayali. Mich faszinieren schon die persönlichen Stärken dieser Menschen. Wie selbstlos und mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihre verantwortungsvollen Arbeiten für andere machen. Ansonsten gerne einfach nur mit meinen Freunden, da muss ich auf nichts achten und kann mich einfach gehen lassen.

Abschließend die Frage, welches Lieblingsmotto Sie haben? 

FAMILIE! Meine Familie ist für mich das Wertvollste in meinem Leben und wenn es hart auf hart kommt, dann lasse ich alles für sie stehen und liegen.

Eines noch und diese abschließenden Worte liegen mir sehr am Herzen: „Ich wünsche mit wieder mehr Wertschätzung für die Land-/Agrarwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion in Deutschland und hier vor Ort.

Es ist wichtig, das sich das Bewusstsein der Menschen wieder bildet zu erkennen,  wie wichtig eine regional ansässige, funktionierende Wirtschaft ist – egal, ob Handel, Handwerk, Landwirtschaft usw.. Nur damit kann weiterhin eine regionale Versorgung gesichert werden.

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